Musik und Spiel für Kleinkinder
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Das Grundbedürfnis nach musikalischen Erfahrungen ist gerade bei Kleinkindern stark ausgeprägt und untrennbar mit Bewegungsimpulsen verbunden. So reagieren sie mit Wiegen des Oberkörpers, Händeklatschen oder Stampfen der Füße auf Musik und ihre Augen sprühen vor Freude. Musik fördert aber nicht nur die Bewegung, sondern auch die Sprachkompetenz von Kindern, ihre Wahrnehmung, Sensomotorik und ihre sozialen Kompetenzen.
Sabine Hirler: Musik und Spiel für Kleinkinder Die gleichnamige CD finden Sie in der Rubrik CDs. |
Beginnend mit entwicklungspsychologischen Aspekten zur musikalischen Frühförderung von Kleinkindern und den Phasen des musikalischen Lernens leiten Informationen zu musikalischen Grundkenntnissen über zum Praxisteil mit seinen über 50 verschiedenen Spielformen zzgl. zahlreicher Varianten für sämtliche Entwicklungsstufen von 0 - 36 Monaten. Gegliedert ist er in folgende drei Erlebnisbezüge von Kleinkindern:
- Durch den Tag
- Mit denTieren
- Durch das Jahr
Zusätzlich geht Sabine Hirler ganz konkret auf den Stundenaufbau ein und die thematische Projektarbeit mit Kleinkindern.
Die Lieder, Reime und Bewegungsspiele fördern Motorik, Sprachentwicklung, soziale Kompetenzen, Konzentrationsfähigkeit und Kreativität. Mit Spielfreude und Fantasie erwerben die Kinder musikalische Grundkompetenzen. Zu allen Liedern und Tänzen sind die vollständigen Texte, Noten und Harmonien abgedruckt. Die Musik finden dazu Sie im Internet zum kostenlosen Download. Sie ist abwechslungsreich und prägt sich schnell ein. Ideal für den unkomplizierten Einsatz im Kindergarten, im Hort und vor allem in integrativen Gruppen.
Die Neuauflage des 2002 erschienenen Buches wurde methodisch-didaktisch vollständig überarbeitet und hat einen zusätzlichen Fokus auf die integrative Förderung erhalten. Beim Kauf des Buches stehen alle Lieder zum Download zur Verfügung.
Rezension zu "Musik und Spiel für Kleinkinder"
Mit Musik und Spiel für Kleinkinder fügt Sabine Hirler ihren in Fachkreisen bereits gut bekannten Veröffentlichungen einen weiteren Titel hinzu. Auf der gleichnamigen CD sind alle Lieder des Buchs zu hören. Buch und CD können gut im Verbund Einsatz in der Praxis finden, besonders dort, wo Erzieherinnen, Betreuerinnen, aber auch Eltern musikalisch nicht umfänglich vorgebildet sind.
Das Buch bietet auf den ersten 40 Seiten theoretische und praktische Grundlagen, die sich mit dem musikalischen Lernen und Fragen der Frühförderung durch Musik ebenso beschäftigen wie mit musikalischer Kommunikation, verschiedenen Gruppensituationen (Kinderkrippe oder Eltern-Kind-Angebote) und didaktischen Fragen zu Stundenaufbau und Themenbearbeitung. Der Hauptteil des Buchs bietet 32 Lieder und 22 Reime (die meisten davon von Sabine Hirler) mit kurzen Hinweisen für die „Spielausführung“ bei verschiedenen Altersgruppen, die nicht festgelegt, sondern stets wechselnd angegeben sind (z. B. 3-20 Monate, 18-36 Monate etc.). Zu allen Spielhinweisen führt die Autorin „Tipps für die Praxis“ an, die mal Informationen über die Beschaffung von Material oder Instrumenten enthalten, mal Bastelbeschreibungen, mal detailliertere Hinweise zum Umgang mit vielen Strophen oder Ratschläge, wie in besonderen Gruppensituationen Material-, Lied- und Texteinsatz angepasst werden können.
Mit den Ausführungen unter dem Stichwort „Förderung“ bietet Hirler ihrer Leserschaft an, die hinter den Spielen stehenden entwicklungspsychologischen, motivationalen, heil- sowie musikpädagogischen Aspekte besser zu verstehen, die – so kompakt eingebunden in die Praxisausführungen – allseits verständlich sind und vielleicht sogar Anregungen geben, sich intensiver mit der einen oder anderen Thematik auseinanderzusetzen. Dazu bietet das Literaturverzeichnis konkreten Stoff. Ein kleines Glossar erklärt einige Fachbegriffe; Lied- und Reimquellen sowie einige ausgewählte Hinweise zu Musikstücken für Kinder runden das Buch ab.
Das schmale Buch bietet in Verbindung mit der CD eine brauchbare Anregung zum Singen und Spielen mit Kindern zwischen null und drei Jahren – besonders für fachfremd arbeitende Erzieherinnen sowie singungewohnte Eltern. Die Melodien der Lieder ähneln einander sehr und sind musikalisch ausgesprochen schlicht gestaltet. Eine immer wieder nur leicht veränderte Tonfolge, die der Melodie des bekannten A, B, C, die Katze lief im Schnee nachempfunden ist, ist bei etwa 20 der 32 Liedern auszumachen…
Der theoretische Unterbau allerdings ist aktuell recherchiert, die Autorin geht auf Erkenntnisse der neurobiologischen Grundlagenforschung (z. B. Altenmüller, Spitzer, Weinberger) ebenso ein wie auf die Forschungen zur musikalischen und sprachlichen Entwicklung (Papousek, Gembris, Gordon, Stadler-Elmer). Das Buch ist daher sicher auch gewinnbringend als Einstiegslektüre im Rahmen von Ausbildungsgängen für Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Sozialpädagogen zu verwenden.
üben&musizieren 2/2007, Manuela Widmer, Beltz, Weinheim 2006

